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hreflang

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: hreflang ist eine Auszeichnung, mit der eine Website Suchmaschinen mitteilt, welche Sprach- oder Länderfassung einer Seite für welche Nutzergruppe gedacht ist.

hreflang kurz erklärt

Das hreflang-Attribut verknüpft eine Seite mit ihren Entsprechungen in anderen Sprachen oder Regionen. Google akzeptiert drei gleichwertige Wege: link-Elemente im head, HTTP-Header (etwa für PDFs) oder Einträge in der XML-Sitemap. Der Wert besteht aus einem Sprachcode nach ISO 639-1 und optional einem Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha-2, also de, de-AT oder de-CH. hreflang ist kein Canonical: Es bündelt keine Signale, sondern sagt, welche Variante in welchem Markt ausgespielt werden soll.

Auch genannt:hreflang-AttributSprachauszeichnungrel=alternate hreflang

Was du dazu wissen solltest

Die Grundregel lautet: Jede Fassung nennt sich selbst und alle anderen. Fehlt der Rückverweis, ignoriert Google die Angabe für dieses Paar. Diese Bidirektionalität ist Absicht, damit keine fremde Website sich als Sprachversion deiner Seite ausgeben kann. Alle URLs müssen vollständig mit Protokoll angegeben werden; relative Pfade sind unzulässig. Ein Eintrag sieht so aus: <link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://www.beispiel.de/at/">. Für Besucher, deren Sprache oder Land keine Fassung hat, gibt es den Wert x-default, typischerweise für eine Länderauswahl.

Für den deutschsprachigen Raum ist ein Detail wichtig. Google empfiehlt hreflang ausdrücklich auch für kleine regionale Unterschiede in derselben Sprache, etwa andere Preise, Versandbedingungen oder Rechtsgrundlagen. Gleichzeitig gelten Fassungen in derselben Sprache als Duplikate, wenn der Hauptinhalt identisch ist; dann sollen Canonical und hreflang zusammen eingesetzt werden, und das Canonical muss auf eine Seite derselben Sprache zeigen. Wer de, de-AT und de-CH mit wortgleichem Text betreibt, erzeugt Pflegeaufwand und Duplikate, ohne Nutzern etwas zu bieten.

Typische Fehler, die Google selbst auflistet: fehlende Rückverweise, falsche Codes wie ger statt de oder en-UK statt en-GB, und Codes außerhalb der ISO-Normen, etwa es-419 für Lateinamerika, die Google nicht unterstützt. Bei großen Websites ist die Sitemap-Variante am wartbarsten, weil die gesamte Zuordnung an einer Stelle steht und nicht in tausenden Templates gepflegt werden muss.

Aus GEO-Sicht ist hreflang ein Google-Signal; ob KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity die Angabe auswerten, dokumentiert keiner der Anbieter. Beobachtbar ist, dass Antworten je nach Sprache der Frage unterschiedliche Quellen heranziehen. Für Unternehmen in mehreren Märkten heißt das: Die österreichische Fassung braucht österreichische Substanz — lokale Normen, Förderungen, Ansprechpartner —, damit sie in einer Antwort für österreichische Nutzer eine eigenständige, zitierfähige Quelle ist und nicht bloß die Kopie der deutschen Seite. Eine KI-Wettbewerbsanalyse je Markt zeigt, welche Quellen dort tatsächlich genannt werden.

An einem Fall erklärt

Praxisbeispiel

Ein Hersteller von Wärmepumpen betreibt www.beispiel.de mit den Fassungen de-DE, de-AT und de-CH. Nach einer Überarbeitung nennt jede Fassung die landesspezifischen Förderprogramme, Preise in Euro beziehungsweise Franken und eigene Servicepartner. Die hreflang-Zuordnung steht zentral in der Sitemap, jede Fassung verweist auf sich selbst und die beiden anderen, dazu kommt x-default auf die Länderauswahl. In der Search Console verschwinden die Meldungen zu fehlenden Rückverweisen.

Wenn du das nicht selbst aufbauen willst: Technik für KI-Sichtbarkeit: Crawler, Schema, llms.txt →

Was oft gefragt wird

Brauche ich hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz?

Nur, wenn es tatsächlich getrennte Fassungen gibt. Google empfiehlt hreflang auch bei kleinen regionalen Unterschieden wie Preisen oder Versandbedingungen. Wer aber nur eine deutschsprachige Seite für alle drei Länder hat, braucht keine Länderversionen und damit auch kein hreflang.

Was bedeutet x-default?

x-default markiert die Seite, die gezeigt werden soll, wenn keine Sprach- oder Länderfassung zum Nutzer passt. Üblich ist eine Länder- oder Sprachauswahl oder die internationale Hauptfassung. Der Wert ist optional, verhindert aber, dass Besucher aus nicht bedienten Märkten zufällig auf einer Regionalversion landen.

Muss hreflang im head stehen?

Nein. Google wertet link-Elemente im head, HTTP-Header und Sitemap-Einträge gleichwertig aus. Wähle den Weg, den du am zuverlässigsten pflegen kannst. Bei vielen Sprachen und Seiten ist die Sitemap meist am übersichtlichsten, für PDFs bleibt nur der HTTP-Header.

Warum zeigt Google trotz hreflang die falsche Länderversion?

Häufig fehlen Rückverweise, die Codes sind falsch, oder die Fassungen sind inhaltlich identisch und Google hat per Kanonisierung eine davon gewählt. hreflang ist zudem ein Hinweis, keine Garantie. Prüfe zuerst, ob jede Fassung indexiert ist und auf sich selbst als Canonical zeigt.

Begriffe im Umfeld

Quellen: Google Search Central: Tell Google about localized versions of your page (Stand September 2026) · Google Search Central: What is URL canonicalization (Stand September 2026)

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