KI-Technik
Sprachmodell (LLM)
Kurz gesagt: Ein Sprachmodell (Large Language Model, LLM) ist ein neuronales Netz, das aus großen Textmengen gelernt hat, welcher Textbaustein auf eine gegebene Folge am wahrscheinlichsten folgt.
Was bedeutet Sprachmodell (LLM)?
Ein Large Language Model wird darauf trainiert, Textfortsetzungen vorherzusagen, und zwar nicht Wort für Wort, sondern in Tokens, also Wörtern und Wortteilen. Grundlage fast aller heutigen Modelle ist die Transformer-Architektur aus dem Paper „Attention Is All You Need“ (Vaswani et al., 2017). Dass solche Modelle mit wachsender Größe Aufgaben aus wenigen Beispielen lösen, zeigte 2020 GPT-3 (Brown et al.). Ein Sprachmodell ist nicht dasselbe wie ein Chatbot oder eine KI-Suchmaschine: Diese Produkte bauen Suche, Regeln und Oberfläche um das Modell herum.
So funktioniert es in der Praxis
Aus der einfachen Trainingsaufgabe entsteht die Fähigkeit, Fragen zu beantworten, zusammenzufassen und zu formulieren. Das Modell speichert dabei kein Faktenverzeichnis, sondern statistische Muster in seinen Gewichten, das sogenannte parametrische Wissen. Das erklärt, warum es Aussagen erzeugen kann, die plausibel klingen und trotzdem falsch sind. Es erklärt auch, warum ein Modell über ein Unternehmen, das selten erwähnt wurde, wenig oder Verwechseltes weiß.
Für die Sichtbarkeit sind drei Eigenschaften entscheidend. Erstens der Trainingsstand: Was nach dem Training-Cutoff passiert ist, kennt das Modell nur, wenn es live nachschlägt. Zweitens die Nichtdeterminiertheit: Dieselbe Frage kann in zwei Läufen verschiedene Antworten liefern, weil bei der Auswahl des nächsten Tokens Zufall im Spiel ist, gesteuert unter anderem über die Temperatur. Drittens das Produkt drumherum: Ob ein System im Web sucht, welche Quellen es bevorzugt und wie es zitiert, legt der Anbieter fest, nicht das Modell.
Ein verbreitetes Missverständnis lautet, ein Modell „durchsuche“ beim Antworten seine Trainingsdaten. Das tut es nicht. Es erzeugt Text aus gelernten Wahrscheinlichkeiten. Eine echte Suche findet nur statt, wenn das Produkt eine Suchkomponente vorschaltet, wie bei ChatGPT Search, Perplexity oder den KI-Funktionen der Google-Suche. Genau diese Kombination beschreibt RAG. Auch Reasoning-Modelle, die vor der Antwort Zwischenschritte erzeugen, ändern daran nichts; sie planen gründlicher, bleiben aber auf dieselben zwei Wissensquellen angewiesen.
Was ein System über dein Unternehmen sagt, stammt also aus dem Training oder aus dem Live-Abruf. Das Training kannst du nur langfristig beeinflussen, indem öffentliche, konsistente Informationen über dich existieren und Trainings-Crawler nicht blockiert sind. Der Live-Abruf reagiert schneller: Quellen, die heute indexiert, erreichbar und eindeutig sind, können schon in den nächsten Antworten auftauchen. Darauf zielt seriöse GEO-Arbeit, und dort entscheidet sich, ob Halluzinationen über dich seltener werden.
So sieht das konkret aus
Ein Softwarehaus, gegründet Anfang 2026, fragt ein Sprachmodell ohne Websuche nach sich selbst. Die Antwort lautet, das Unternehmen sei nicht bekannt. Mit aktivierter Suche findet dasselbe System die Website und einen Bericht in einem Fachportal und beschreibt das Unternehmen korrekt. Dasselbe Modell, zwei Antworten: Der Unterschied liegt allein in der vorgeschalteten Suche.
Wenn du das nicht selbst aufbauen willst: Technik für KI-Sichtbarkeit: Crawler, Schema, llms.txt →
Was oft gefragt wird
Warum antwortet dasselbe Modell unterschiedlich?
Weil die Auswahl des nächsten Tokens probabilistisch erfolgt und zusätzlich Gesprächsverlauf, Einstellungen und Live-Suche einfließen. Zwei Läufe mit identischer Frage können deshalb verschiedene Anbieter nennen. Verlässliche Aussagen entstehen nur über mehrere Läufe.
Lernt ein Sprachmodell aus meiner Website mit?
Nur, wenn sie in einen Trainingsdatensatz aufgenommen wurde, und dann erst mit dem nächsten Modellstand. Ob das geschieht, steuerst du über den Zugang der Trainings-Crawler. Schneller und steuerbarer ist der Live-Abruf durch Such-Crawler.
Was ist der Unterschied zwischen LLM und ChatGPT?
Das LLM ist das Modell, ChatGPT das Produkt. Das Produkt ergänzt das Modell um Websuche, Gesprächsverlauf, Sicherheitsregeln, Dateiverarbeitung und Oberfläche. Deshalb können zwei Produkte mit ähnlichen Modellen sehr unterschiedliche Antworten und Quellen liefern.
Weiß ein Sprachmodell, ob eine Aussage stimmt?
Nicht im menschlichen Sinn. Es bewertet, welche Fortsetzung wahrscheinlich ist, nicht, ob sie wahr ist. Mit Quellen im Kontext wird die Antwort zuverlässiger, ohne dass Fehler ausgeschlossen sind. Wichtige Angaben solltest du deshalb immer an der Originalquelle prüfen.
Verwandte Begriffe
Quellen: Vaswani et al.: Attention Is All You Need (arXiv 1706.03762, 2017) (Stand September 2026) · Brown et al.: Language Models are Few-Shot Learners (arXiv 2005.14165, 2020) (Stand September 2026)
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