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HTTP-Statuscode

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Ein HTTP-Statuscode ist die dreistellige Antwort eines Servers auf eine Anfrage und sagt Crawlern als erstes Signal, ob eine URL existiert, umgezogen oder fehlerhaft ist.

HTTP-Statuscode kurz erklärt

HTTP-Statuscodes sind in RFC 9110 (HTTP Semantics, Juni 2022) festgelegt und in fünf Klassen gegliedert: 1xx informativ, 2xx erfolgreich, 3xx Umleitung, 4xx Clientfehler, 5xx Serverfehler. Für Suchmaschinen zählen vor allem 200, 301, 302, 304, 404, 410, 429 (definiert in RFC 6585) und 503. Der Statuscode entscheidet, ob ein Crawler den Inhalt überhaupt weiterverarbeitet. Er ist vom sichtbaren Seiteninhalt unabhängig: Eine Fehlermeldung mit Code 200 ist für Maschinen eine gültige Seite.

Auch genannt:StatuscodeHTTP-StatusResponse CodeHTTP-Antwortcode

Warum das für deine KI-Sichtbarkeit zählt

Google hat dokumentiert, wie seine Crawler auf die häufigsten Codes reagieren, und einige Details widersprechen verbreiteten SEO-Annahmen. Ein 2xx heißt nur, dass der Inhalt an die Indexierung weitergereicht wird; aufgenommen ist er damit nicht. Weiterleitungen verfolgt Googlebot bis zu zehn Sprüngen, 301 und 308 gelten als starkes Signal für das Ziel, 302 und 307 als schwaches. Dennoch gilt: Jede Kette kostet Abrufe, und Google nennt lange Weiterleitungsketten ausdrücklich als Crawling-Bremse.

Bei den Fehlercodes lohnt genaues Lesen. Laut Google werden alle 4xx-Codes außer 429 gleich behandelt: Die URL fliegt aus dem Index, die Crawl-Frequenz sinkt allmählich. Die verbreitete Regel, 410 führe schneller zur Entfernung als 404, findet sich in der Google-Dokumentation nicht. Nach RFC 9110 ist 410 trotzdem der semantisch präzisere Code, wenn eine Seite bewusst und dauerhaft entfernt wurde. 401 und 403 taugen nicht, um die Crawl-Rate zu drosseln; dafür sind 429 und 5xx gedacht. Beide bremsen das Crawling vorübergehend, bereits indexierte URLs bleiben zunächst erhalten und fallen bei anhaltenden Fehlern heraus.

Der teuerste Fehler ist der Soft 404: Eine leere oder nicht existierende Seite antwortet mit 200. Google erkennt das meist trotzdem und meldet es in der Search Console, aber der Crawler hat die Seite bereits abgerufen und bewertet. Bei generierten Verzeichnissen mit leeren Kombinationen wird daraus schnell ein Massenproblem, das Crawl-Budget bindet und die Qualitätseinschätzung der ganzen Website drückt.

Für die KI-Suche gilt die Grundregel noch strikter. Ein KI-Crawler, der während einer Nutzeranfrage eine Seite abruft, hat keine Zeit für einen zweiten Versuch; ein 503 oder ein 403 vom Bot-Schutz bedeutet, dass die Seite in genau dieser Antwort fehlt. Ein regelmäßiger Blick in die Serverlogs, gefiltert nach User-Agent und Statuscode, gehört deshalb zur GEO-Analyse. Ein Schnelltest, ob bekannte KI-Bots eine Seite abrufen dürfen, ist der KI-Crawler-Check.

So sieht das konkret aus

Praxisbeispiel

Ein Verlag stellt ein altes Magazinarchiv mit 8.000 Artikeln ein. Statt jede URL auf die Startseite umzuleiten, was Google als Soft 404 werten würde, liefern die Artikel ohne Nachfolger einen 410. Artikel mit einem aktualisierten Nachfolger erhalten eine 301 direkt auf den neuen Beitrag, ohne Zwischenstation. Die Serverlogs zeigen danach, dass Googlebot die entfernten URLs nach und nach seltener abruft.

Die passende Leistung dazu: Technik für KI-Sichtbarkeit: Crawler, Schema, llms.txt →

Fragen, die dazu oft kommen

301 oder 302 — was ist der Unterschied für SEO?

Eine 301 signalisiert einen dauerhaften Umzug; Google wertet sie als starkes Signal, dass das Ziel die neue kanonische URL ist. Eine 302 gilt als vorübergehend und schwaches Signal, die alte URL bleibt eher im Index. Nutze 302 nur, wenn die alte Adresse wirklich zurückkommt, etwa bei einer befristeten Aktion.

Ist 410 besser als 404?

Für Google praktisch gleichwertig: Die Crawler behandeln alle 4xx-Codes außer 429 gleich und entfernen die URL aus dem Index. Semantisch ist 410 genauer, wenn eine Seite bewusst und dauerhaft gelöscht wurde. Wichtiger als die Wahl zwischen beiden ist, dass entfernte Seiten überhaupt einen echten Fehlercode liefern.

Welcher Statuscode ist richtig für Wartungsarbeiten?

503 Service Unavailable, am besten mit einem Retry-After-Header. Google drosselt dann das Crawling vorübergehend und behält indexierte Seiten zunächst. Eine Wartungsseite mit Status 200 dagegen kann als neuer Inhalt aller URLs verarbeitet werden. Dauert die Störung zu lange, fallen URLs trotzdem aus dem Index.

Wie prüfe ich den Statuscode einer URL?

Im Browser über die Entwicklertools im Reiter Netzwerk, auf der Kommandozeile mit curl -I oder in der URL-Prüfung der Search Console. Ein Desktop-Crawler zeigt die Codes aller URLs einer Website auf einen Blick. Prüfe dabei auch, welchen Code der Server einem Bot-User-Agent liefert.

Verwandte Begriffe

Quellen: Google: How HTTP status codes affect Google's crawlers (Stand September 2026) · RFC 9110: HTTP Semantics (Stand September 2026)

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