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Messung

Prompt-Set

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Ein Prompt-Set ist die feste Liste realer Fragen deiner Zielgruppe, mit der du die Sichtbarkeit in KI-Systemen wiederholt und vergleichbar misst – das Messinstrument jeder KI-Sichtbarkeitsanalyse.

Prompt-Set: die Kurzfassung

Ein Prompt-Set umfasst typischerweise 20 bis 40 Fragen in natürlicher Sprache, so formuliert, wie Kunden sie stellen. Es wird einmal festgelegt und danach unverändert wiederholt, weil nur identische Fragen über die Zeit vergleichbare Werte liefern. Es ist kein Keyword-Set: Keywords bilden Suchbegriffe ab, Prompts ganze Anliegen mit Kontext. Wer das Set zwischen zwei Messungen ändert, misst die Änderung des Sets statt der eigenen Sichtbarkeit.

Auch genannt:Prompt-ListeQuery-SetFragensetPrompt Set

Was du dazu wissen solltest

Ein brauchbares Set mischt vier Fragetypen. Kategoriefragen zielen auf Empfehlungen („Welche Anbieter für Lohnabrechnung eignen sich für Handwerksbetriebe?“). Problemfragen beschreiben eine Situation statt einer Lösung („Unsere Lohnabrechnung dauert jeden Monat zwei Tage, was können wir tun?“). Vergleichsfragen stellen Verfahren oder Anbieter gegenüber. Markenfragen prüfen, was die Systeme über dein Unternehmen sagen; dort finden sich veraltete Angaben und Halluzinationen.

Die Fragen stammen aus echten Quellen: Vertriebsgesprächen, Support-Tickets, Angebotsanfragen, Bewertungen und dem Block People Also Ask. Selbst ausgedachte Prompts in Keyword-Schreibweise messen etwas, das niemand fragt. Einen offiziellen Datensatz dazu, wie oft welche Frage in ChatGPT oder Perplexity gestellt wird, gibt es nicht; das sogenannte Prompt-Volumen in Tools ist eine Schätzung. Die Auswahl nach Relevanz für den Vertrieb ist deshalb verlässlicher als nach vermeintlichem Volumen.

Ein Irrtum betrifft die Formulierungsvielfalt. Es bringt wenig, dieselbe Frage in zehn Varianten ins Set zu nehmen. Google schreibt in seinem Leitfaden zu generativen KI-Funktionen, dass die Systeme Synonyme und Bedeutungen verstehen und nicht auf exakte Wortübereinstimmung angewiesen sind. Das Set sollte also verschiedene Absichten abdecken, nicht verschiedene Schreibweisen derselben Absicht. Aus demselben Leitfaden folgt eine zweite Regel: Das Set ist ein Messinstrument und keine Themenliste, aus der du für jede Frage eine eigene Seite baust. Seiten, die nur für einzelne Varianten oder Fan-Out-Anfragen erstellt werden, stuft Google als Verstoß gegen die Richtlinie zu Scaled Content Abuse ein.

Zur Pflege gehören ein Kern, der unverändert bleibt, und ein Erweiterungsblock für neue Themen mit eigenem Startwert. Jede Frage bekommt eine ID, eine Kategorie und eine Notiz, woher sie stammt. Bei regionalen Anbietern gehört der Ort in die Frage, denn Standortangaben verändern die Antworten erheblich. Auf dieser Grundlage lassen sich Nennungsrate und Share of Voice sauber berechnen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Praxisbeispiel

Ein IT-Dienstleister in Freiburg stellt 30 Fragen zusammen: zehn Kategoriefragen nach Anbietern in der Region, zehn Problemfragen aus echten Support-Tickets, sechs Vergleichsfragen zu Cloud- und On-Premise-Lösungen und vier Markenfragen. Abgefragt über vier Systeme in drei Läufen ergibt das 360 dokumentierte Antworten je Messzeitpunkt. Der Kern bleibt ein Jahr lang unverändert.

In der Praxis setzen wir das so um: Prompt-Monitoring: KI-Sichtbarkeit laufend messen →

Häufige Fragen zu Prompt-Set

Wie viele Prompts braucht ein Set?

20 Fragen reichen für ein grobes Bild, 30 bis 40 für belastbare Aussagen über mehrere Fragetypen hinweg. Mehr erhöht vor allem den Aufwand, weil jede Frage über mehrere Systeme und Läufe abgefragt wird. Entscheidend ist die Abdeckung der wichtigsten Kaufanliegen, nicht die Menge.

Darf ich das Set später erweitern?

Ja, aber getrennt auswerten. Der Kern bleibt unverändert, damit die Zeitreihe intakt bleibt. Neue Fragen kommen in einen Erweiterungsblock mit eigenem Startwert. Wer Fragen im Kern austauscht, kann frühere und spätere Werte nicht mehr vergleichen.

Soll ich Prompts auf Deutsch oder Englisch stellen?

In der Sprache deiner Kunden. Deutsche und englische Prompts liefern oft unterschiedliche Anbieter und Quellen, weil die Systeme auf andere Inhalte zugreifen. Wer international verkauft, führt pro Sprache ein eigenes Set und wertet es getrennt aus.

Das hängt damit zusammen

Quellen: Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search (Stand September 2026) · Aggarwal et al.: GEO – Generative Engine Optimization (arXiv/KDD 2024) (Stand September 2026)

Wo Anbieter einen Begriff unterschiedlich verwenden, nennen wir beide Lesarten. Einen Fehler gefunden? Schreib uns, wir korrigieren ihn. Zurück zum Glossar

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