Messung
Nennungsrate
Kurz gesagt: Die Nennungsrate ist der Anteil der KI-Antworten, in denen deine Marke namentlich vorkommt, bezogen auf alle Antworten eines festen Prompt-Sets und getrennt nach System.
Was ist mit Nennungsrate gemeint?
Die Nennungsrate ist die Grundkennzahl der KI-Sichtbarkeit: Zahl der Antworten mit Markennennung geteilt durch die Zahl aller ausgewerteten Antworten. Sie wird je System getrennt berechnet und über mehrere Läufe gemittelt, weil generative Antworten schwanken. Von der Zitationsrate unterscheidet sie sich dadurch, dass eine Nennung auch ohne Link auf die eigene Website zählt; vom Share of Voice dadurch, dass sie nur die eigene Marke betrachtet und nicht den Anteil an allen Anbieternennungen.
So funktioniert es in der Praxis
Bei der Zählung entscheidet die Definition, und die muss vor der ersten Messung feststehen. Zählt ein Name in der Quellenliste unter der Antwort genauso wie eine Nennung im Text? Zählt eine Nennung mit Einschränkung? Bewährt hat sich eine Trennung in drei Stufen: Nennung im Antworttext, Nennung mit Verlinkung der eigenen Domain (Citation) und Nennung an erster Stelle einer Aufzählung. So siehst du, ob eine Marke nur erwähnt oder tatsächlich empfohlen wird.
Die Forschung arbeitet mit feineren Maßen. Das GEO-Paper von Aggarwal und Kollegen (Princeton und andere, KDD 2024) gewichtet Wortanteil und Position einer Quelle in der Antwort und ergänzt eine subjektive Bewertung. Für den Praxisbetrieb ist das zu aufwendig, der Gedanke dahinter gilt trotzdem: Eine Nennung im ersten Satz wirkt anders als eine im letzten Absatz. Deshalb gehört die Nennungsposition als zweite Kennzahl neben die Rate.
Ein Wert allein sagt wenig. Aussagekräftig wird die Nennungsrate im Vergleich: gegen den Vormonat, gegen die stärksten Wettbewerber im selben Set und zwischen den Systemen. Wer in Perplexity häufig und in Gemini kaum genannt wird, hat kein allgemeines Sichtbarkeitsproblem, sondern ein Quellenproblem in einem bestimmten Ökosystem. Die Ursache findest du in den zitierten Domains des schwächeren Systems.
Die häufigsten Messfehler sind technischer Natur. Sprachmodelle antworten nicht deterministisch; selbst bei Temperatur 0 liefern die Schnittstellen in der Praxis nicht immer identische Ergebnisse, wie Thinking Machines Lab 2025 gezeigt hat. Hinzu kommen Standort, Anmeldestatus, Gesprächsverlauf und Modellversion. Wer eingeloggt mit Verlauf testet, misst die eigene Personalisierung. Saubere Messungen laufen ohne Verlauf, mit festem Standort, in mehreren Läufen und mit Dokumentation von Datum und Modell. Wer das dauerhaft betreiben will, findet im Prompt-Monitoring den passenden Rahmen.
So sieht das konkret aus
Ein Rechenbeispiel: Ein Prompt-Set mit 30 Fragen wird in drei Läufen über ChatGPT abgefragt, das ergibt 90 Antworten. Kommt die Marke in 27 davon vor, liegt die Nennungsrate rechnerisch bei 30 Prozent. Ist in 12 dieser Antworten zusätzlich die eigene Domain verlinkt, beträgt die Zitationsrate 12 von 90, also rund 13 Prozent. Beide Werte werden getrennt berichtet.
Wie wir das bei Kunden umsetzen, steht hier: Prompt-Monitoring: KI-Sichtbarkeit laufend messen →
Nennungsrate: typische Fragen
Was ist eine gute Nennungsrate?
Das hängt vollständig vom Markt ab. In einer Nische mit fünf ernsthaften Anbietern sind hohe Werte erreichbar, in einem Markt mit hunderten Anbietern ist schon ein niedriger zweistelliger Wert stark. Die einzige sinnvolle Bezugsgröße ist der Wert der direkten Wettbewerber im selben Prompt-Set.
Wie viele Läufe braucht eine Messung?
Mindestens drei je Frage und System. Bei nur einem oder zwei Läufen lassen sich zufällige Ausreißer nicht von echten Veränderungen unterscheiden, weil generative Systeme dieselbe Frage unterschiedlich beantworten. Die Forschung mittelt aus demselben Grund über mehrere Durchläufe.
Zählt eine Nennung in der Quellenliste als Nennung?
Das ist eine Definitionsfrage, die du einmal festlegst und dann beibehältst. Sinnvoll ist, sie getrennt zu erfassen: Nennung im Text, Verlinkung als Quelle und beides zusammen. Nur so erkennst du, ob ein System dich empfiehlt oder lediglich als Beleg heranzieht.
Kann ich die Nennungsrate in der Search Console sehen?
Nein. Der Bericht zu generativen KI-Funktionen zeigt nur, wie oft Links zu deinen URLs in AI Overviews und AI Mode erschienen sind. Unverlinkte Nennungen, Wettbewerber und andere Systeme wie ChatGPT oder Perplexity erfasst er nicht.
Verwandte Begriffe
Quellen: Aggarwal et al.: GEO – Generative Engine Optimization (arXiv/KDD 2024) (Stand September 2026) · Thinking Machines Lab: Defeating Nondeterminism in LLM Inference (2025) (Stand September 2026) · Search Console-Hilfe: Generative AI performance report (Search) (Stand September 2026)
Begriffe der KI-Suche verschieben sich schnell. Wir prüfen diesen Eintrag gegen die Dokumentation der Anbieter und aktualisieren ihn, wenn sich etwas ändert. Zurück zum Glossar
Wirst du in KI-Antworten genannt?30 Minuten, kostenlos, mit ehrlicher Einschätzung.
Reden wir 30 Minuten darüber
Kostenlos, unverbindlich und mit einer ehrlichen Einschätzung, ob sich GEO bei dir gerade lohnt.