deine-geo-agentur.de

Messung

Share of Voice (KI)

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Der Share of Voice in der KI-Suche ist der Anteil deiner Marke an allen Anbieternennungen innerhalb eines Prompt-Sets – die Kennzahl für deine Position im Wettbewerb statt für deine Sichtbarkeit allein.

Definition: Share of Voice (KI)

Share of Voice stammt aus der Mediaplanung, wo er den Anteil einer Marke am gesamten Werbedruck einer Kategorie beschreibt. Auf KI-Antworten übertragen zählt er alle Nennungen aller Anbieter in einem Prompt-Set und setzt die eigenen ins Verhältnis. Entfallen von 200 Anbieternennungen 24 auf deine Marke, liegt der Share of Voice bei 12 Prozent. Die Nennungsrate beantwortet, wie oft du vorkommst; der Share of Voice, wie groß dein Stück vom Kuchen ist.

Auch genannt:SoVShare of Voice KIAnteil an KI-NennungenAI Share of Voice

Einordnung und Hintergrund

Die Kennzahl löst ein Deutungsproblem. Eine Nennungsrate von 20 Prozent kann stark oder schwach sein. Stark, wenn der beste Wettbewerber bei 25 liegt, schwach, wenn er bei 80 liegt. Erst der Anteil an allen Nennungen ordnet den eigenen Wert ein. Deshalb gehört der Share of Voice in jeden Bericht, der Entscheidern eine Richtung geben soll.

Bevor du rechnest, musst du den Nenner festlegen. Zählen Vergleichsportale, Marktplätze und Verbände als Anbieter, wenn ein System sie nennt? Für die Wettbewerbsfrage meist nicht, denn sie sind Quellen und Vermittler, keine Konkurrenten. Sie gehören in eine eigene Liste, weil sie zeigen, über wen die Systeme den Markt erschließen. Ebenso wichtig: Nennt eine Antwort denselben Anbieter dreimal, zählt er einmal. Ohne diese Regeln lassen sich zwei Messungen nicht vergleichen.

Eine Verfeinerung ist die Gewichtung nach Position. Wer im ersten Satz empfohlen wird, bekommt mehr Aufmerksamkeit als der fünfte Name einer Aufzählung. Das GEO-Paper von Aggarwal und Kollegen (KDD 2024) arbeitet deshalb mit einem positionsgewichteten Wortanteil statt mit bloßer Zählung. Für die Praxis genügt oft eine einfache Variante: Nennungen an erster Stelle doppelt zählen oder die Nennungsposition als zweite Spalte führen. Wichtig ist nur, dass die Regel über alle Messungen gleich bleibt.

Der Share of Voice zeigt außerdem, wer überhaupt im Spiel ist. Häufig sind das andere Namen als im Sichtbarkeitsindex der klassischen Suche. Die eigene Search Console hilft hier nicht weiter: Auch der neue Bericht zu generativen KI-Funktionen zeigt nur Impressionen der eigenen URLs, keine fremden Marken. Die Daten entstehen also ausschließlich aus eigenen Abfragen oder aus Monitoring-Tools, deren Zählweise du kennen solltest. Beim Kategorie-Wettbewerb lohnt der Blick auf die Entwicklung mehr als auf den absoluten Wert: Drei Messungen mit steigendem Anteil sind aussagekräftiger als ein einzelner hoher Wert.

An einem Fall erklärt

Praxisbeispiel

Ein Rechenbeispiel: Ein Set mit 30 Prompts über vier Systeme ergibt 214 Anbieternennungen, Vergleichsportale nicht mitgezählt. Die eigene Marke kommt 18-mal vor, rechnerisch rund 8 Prozent. Der stärkste Wettbewerber kommt 47-mal vor, rund 22 Prozent, obwohl er in der klassischen Google-Suche für die wichtigsten Begriffe nicht auf der ersten Seite steht. Diese Lücke ist der Ausgangspunkt der Quellenanalyse.

Die passende Leistung dazu: Prompt-Monitoring: KI-Sichtbarkeit laufend messen →

Fragen, die dazu oft kommen

Wer zählt als Wettbewerber beim Share of Voice?

Jeder Anbieter, den die Systeme in den Antworten nennen, auch solche, die du selbst nicht auf dem Schirm hattest. Vergleichsportale, Verbände und Marktplätze erfasst du separat, weil sie Quellen sind und keine direkten Konkurrenten. Die Regel legst du einmal fest und behältst sie bei.

Ist ein hoher Share of Voice das Ziel?

In der eigenen Kategorie ja, aber wichtiger ist die Entwicklung über mehrere Messungen. Ein Anstieg über drei Messpunkte zeigt, dass Maßnahmen greifen. Ein einzelner hoher Wert kann Zufall sein, weil generative Antworten von Lauf zu Lauf schwanken.

Wie unterscheidet sich der Share of Voice von der Nennungsrate?

Die Nennungsrate misst, in wie vielen Antworten deine Marke vorkommt. Der Share of Voice misst, welchen Anteil du an allen Anbieternennungen hast. Eine Marke kann also eine steigende Nennungsrate haben und trotzdem Anteile verlieren, wenn Wettbewerber schneller zulegen.

Begriffe im Umfeld

Quellen: Aggarwal et al.: GEO – Generative Engine Optimization (arXiv/KDD 2024) (Stand September 2026) · Search Console-Hilfe: Generative AI performance report (Search) (Stand September 2026)

Definitionen im Glossar sind redaktionell geprüft, ersetzen aber keine Beratung für deinen Einzelfall. Zurück zum Glossar

Reden wir 30 Minuten darüber

Kostenlos, unverbindlich und mit einer ehrlichen Einschätzung, ob sich GEO bei dir gerade lohnt.

Erstgespräch vereinbaren+49 174 164 5727

Nach oben scrollen