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Messung

KI-Wettbewerbsanalyse

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Die KI-Wettbewerbsanalyse zeigt, welche Anbieter ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Overviews bei deinen Kernfragen nennen, wie sie diese begründen und auf welche Quellen sie sich stützen.

KI-Wettbewerbsanalyse: die Kurzfassung

Eine KI-Wettbewerbsanalyse fragt ein festes Prompt-Set über mehrere generative Systeme ab und wertet nicht nur die eigene Marke aus, sondern jeden genannten Anbieter. Erfasst werden Häufigkeit, Position in der Antwort, die zugeschriebenen Eigenschaften und die zitierten Quellen. Sie unterscheidet sich von der klassischen SEO-Wettbewerbsanalyse, die Rankings und Backlinks vergleicht: Hier zählt, wer in der Antwort steht, nicht wer auf Position eins rankt.

Auch genannt:Wettbewerbsanalyse KICompetitive AI AuditKI-Konkurrenzanalyse

Warum das für deine KI-Sichtbarkeit zählt

Der erste Befund überrascht fast jedes Team: Das Wettbewerbsfeld in KI-Antworten deckt sich selten mit dem aus der Google-Suche. Wer organisch vorne liegt, taucht in generierten Antworten manchmal gar nicht auf. Umgekehrt nennen die Systeme Anbieter, die kaum ranken, aber in Fachmedien, Vergleichsportalen oder Foren häufig besprochen werden. Wer nur die bekannten SEO-Konkurrenten prüft, übersieht genau diese Gruppe.

Die Analyse hat drei Ebenen. Die erste ist die Zählung: Wer wird wie oft genannt, pro System getrennt, daraus ergeben sich Nennungsrate und Share of Voice. Die zweite ist die Begründung. Systeme hängen an jeden Anbieter ein Etikett: „günstig“, „für Konzerne“, „spezialisiert auf Handwerk“. Diese Etiketten zeigen, wie ein Modell die Positionierung versteht, und sie weichen oft vom Selbstbild ab. Die dritte Ebene ist die Quellenliste: Welche Domains verlinken die Antworten als Beleg? Daraus wird eine priorisierte Liste der Orte, an denen eine Erwähnung überhaupt Wirkung entfalten kann.

Ein häufiger Denkfehler: Die Google Search Console reicht dafür nicht. Der seit August 2026 für alle Websites verfügbare Bericht zur Leistung in generativen KI-Funktionen zeigt nur die Impressionen deiner eigenen URLs in AI Overviews und AI Mode. Über Wettbewerber verrät er nichts, und über ChatGPT oder Perplexity ebenfalls nichts. Google weist zudem darauf hin, dass Drittanbieter-Tools keinen Zugriff auf interne Ranking- oder KI-Daten haben. Jede Wettbewerbsanalyse beruht also auf eigenen, dokumentierten Abfragen – mit allen Schwankungen, die generative Systeme mitbringen.

Konkret gehst du so vor: Prompt-Set aus echten Kundenfragen festlegen, jede Frage in mindestens drei Läufen je System abfragen, alle genannten Anbieter mit Position und Begründung erfassen, zitierte Quellen deduplizieren und nach Häufigkeit sortieren. Danach legst du die Quellen neben deine eigene Präsenz. Jede Quelle, die oft zitiert wird und in der du fehlst, ist ein Kandidat für Digital PR, einen Verzeichniseintrag oder eine Korrektur. Wer das nicht selbst aufsetzen will, findet den Ablauf in der KI-Wettbewerbsanalyse beschrieben.

Praxisbeispiel

Praxisbeispiel

Ein Anbieter für Zeiterfassungssoftware analysiert 30 Fragen über vier Systeme. Zwei Wettbewerber, die bei Google kaum sichtbar sind, tauchen regelmäßig auf. Die Quellenliste erklärt es: Beide stehen in denselben drei Vergleichsportalen und einem Fachmagazin für Personalabteilungen. Der eigene Name fehlt dort. Der Maßnahmenplan beginnt deshalb mit diesen vier Quellen und nicht mit neuen Blogartikeln.

Wie wir das bei Kunden umsetzen, steht hier: Prompt-Monitoring: KI-Sichtbarkeit laufend messen →

KI-Wettbewerbsanalyse: typische Fragen

Wie oft sollte ich eine KI-Wettbewerbsanalyse wiederholen?

Quartalsweise reicht für die meisten Märkte, weil sich Quellenlandschaften langsamer ändern als einzelne Antworten. Nach einem großen Modellwechsel, einem Markteintritt eines neuen Anbieters oder einer eigenen PR-Kampagne lohnt sich eine Zwischenmessung mit demselben Prompt-Set.

Was mache ich mit der Quellenliste?

Sie wird zur Zielliste. Sortiere die zitierten Domains nach Häufigkeit und prüfe, ob du dort vorkommst, richtig beschrieben wirst und aktuell bist. Wer an den Orten steht, an denen die Systeme ohnehin nachschlagen, hat die besten Chancen auf eine Nennung.

Welche KI-Systeme gehören in die Analyse?

Mindestens die Systeme, die deine Zielgruppe tatsächlich nutzt: in Deutschland meist ChatGPT, Google AI Overviews und AI Mode, Perplexity und Microsoft Copilot. Jedes System greift auf andere Indizes und Quellen zurück, deshalb werden die Ergebnisse nie zusammengerechnet, sondern getrennt ausgewiesen.

Worin unterscheidet sie sich von einer klassischen SEO-Wettbewerbsanalyse?

Die SEO-Analyse vergleicht Rankings, Sichtbarkeitsindex und Backlinks. Die KI-Wettbewerbsanalyse vergleicht, wer in generierten Antworten genannt wird, mit welcher Begründung und auf Basis welcher Quellen. Beide ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.

Weiter im Glossar

Quellen: Aggarwal et al.: GEO – Generative Engine Optimization (arXiv/KDD 2024) (Stand September 2026) · Google Search Central: Search Generative AI performance reports in Search Console (Stand September 2026) · Google Search Central: Guidance on third-party SEO tools, services, and advice (Stand September 2026)

Dieser Eintrag beschreibt den Stand zum Prüfdatum. Hinweise auf Fehler oder neue Entwicklungen nehmen wir gern per E-Mail entgegen. Zurück zum Glossar

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