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Digital PR

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Digital PR ist die gezielte Erzeugung redaktioneller Berichterstattung und Erwähnungen in Online-Medien, um Reichweite, Vertrauen und Quellen aufzubauen, auf die Suchmaschinen und KI-Systeme zugreifen.

Digital PR: die Kurzfassung

Digital PR verbindet klassische Pressearbeit mit Such- und Sichtbarkeitszielen. Statt Links zu kaufen, schafft sie Anlässe, über die Redaktionen freiwillig berichten: eigene Daten, Studien, Expertenkommentare, Werkzeuge oder Einordnungen aktueller Entwicklungen. Anders als Linkbuilding misst sie Erfolg nicht an der Zahl der Links, sondern an Berichterstattung in relevanten Medien. Für die KI-Suche sind diese Medien oft genau die Quellen, die Antworten belegen.

Auch genannt:Online-PRContent-PRLink EarningDigitale Pressearbeit

Was du dazu wissen solltest

Der Unterschied zu Linkbuilding ist nicht nur ein Etikett, sondern eine Grenze in Googles Spam-Richtlinien. Als Linkspam gelten dort unter anderem Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen, die auf anderen Websites verbreitet werden, sowie bezahlte Artikel mit Links, die Rankingsignale weitergeben. Eine Pressemitteilung, die über einen Verteiler auf hunderten Portalen landet und überall denselben Keyword-Link trägt, ist deshalb kein Digital-PR-Erfolg, sondern ein Risiko. Bezahlte Kooperationen sind erlaubt, wenn die Links mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sind.

Für die KI-Suche wirkt redaktionelle Berichterstattung doppelt. Ein Artikel in einem Fachmedium ist selbst eine Quelle, die Systeme mit Live-Abruf zitieren können. Gleichzeitig verstärkt er die Verknüpfung zwischen Marke und Thema im Netz, die später in Modellwissen einfließen kann. Google schreibt in seinem Leitfaden zu generativen KI-Funktionen, dass eigenständige Inhalte mit einer eigenen Perspektive mehr Wirkung haben als Zusammenfassungen dessen, was ohnehin im Netz steht. Für PR heißt das: Der Anlass muss etwas Neues enthalten.

Der stärkste Anlass sind eigene Daten. Redaktionen berichten über Zahlen, die es sonst nicht gibt, und Sprachmodelle greifen aus demselben Grund darauf zurück. Eine Erhebung mit offengelegter Methode, Stichprobe und Datum ist gleichzeitig Pressematerial und zitierfähige Quelle. Personalien, Jubiläen und Produktankündigungen interessieren Fachredaktionen dagegen selten. Ebenfalls wirksam sind Expertenkommentare zu aktuellen Fragen, wenn sie schnell, konkret und namentlich zuordenbar sind.

Typische Fehler sind die Jagd nach Domainstärke statt Themennähe, Kampagnen ohne Nachnutzung und fehlende Pflege der eigenen Quelle. Eine Studie, die nur als PDF im Presseverteiler liegt, kann niemand verlinken. Sie braucht eine dauerhafte Seite mit Methode, Kernergebnissen in Textform und Ansprechpartner. Danach misst du nicht nur Links, sondern auch Erwähnungen, Brand Mentions ohne Link und die Frage, ob die Berichte in den Quellenlisten der KI-Systeme auftauchen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Praxisbeispiel

Ein Personaldienstleister wertet anonymisiert 4.000 eigene Stellenausschreibungen aus und zeigt, welche Zusatzleistungen Pflegekräfte in Baden-Württemberg angeboten bekommen. Die Ergebnisse stehen mit Methode und Datum auf einer eigenen Seite. Zwei regionale Zeitungen und ein Fachportal für Pflege greifen die Auswertung auf. Bei späteren Stichproben zu Arbeitsbedingungen in der Pflege zitiert Perplexity einen dieser Artikel und nennt den Dienstleister als Urheber der Daten.

Wenn du das nicht selbst aufbauen willst: Brand Mentions für KI: Erwähnungen, wo Systeme nachschlagen →

Was oft gefragt wird

Ist Digital PR dasselbe wie Linkbuilding?

Nein. Linkbuilding zielt auf den Link, Digital PR auf die Berichterstattung. Links entstehen als Nebeneffekt, wenn Redaktionen freiwillig verlinken. Gekaufte oder massenhaft verbreitete Links mit Keyword-Anker fallen dagegen unter Googles Richtlinien zu Linkspam.

Was ist ein guter Anlass für Digital PR?

Eigene Daten, die es sonst nirgends gibt, gefolgt von fundierten Expertenkommentaren zu aktuellen Fragen. Wichtig sind eine nachvollziehbare Methode, ein klares Ergebnis in einem Satz und eine dauerhafte Seite, auf die Redaktionen verweisen können.

Wie messe ich den Erfolg von Digital PR für KI-Sichtbarkeit?

Neben Links und Reichweite zählst du Erwähnungen ohne Link und prüfst per Prompt-Monitoring, ob die entstandenen Artikel in den Quellenlisten der KI-Systeme auftauchen. Ein Anstieg der Nennungsrate bei passenden Fragen einige Wochen nach der Kampagne ist ein brauchbares Indiz.

Darf ich Pressemitteilungen über Verteiler streuen?

Ja, als Information für Redaktionen. Riskant wird es, wenn die Mitteilung vor allem als Linkquelle dient und auf vielen Portalen mit optimierten Ankertexten erscheint; genau das nennt Google als Linkspam. Links in solchen Mitteilungen sollten nofollow tragen.

Das hängt damit zusammen

Quellen: Google Search Central: Spam policies for Google web search (Link spam) (Stand September 2026) · Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search (Stand September 2026) · Google Search Central: Link best practices for Google (Stand September 2026)

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