Messung
AI Visibility
Kurz gesagt: AI Visibility ist die messbare Sichtbarkeit einer Marke in KI-Antworten, erhoben über ein festes Set von Fragen, mehrere Systeme und wiederholte Läufe.
AI Visibility: die Kurzfassung
AI Visibility beschreibt, wie oft und wie prominent eine Marke oder Website in den Antworten generativer Systeme vorkommt. Einen branchenweiten Standardwert wie den Sichtbarkeitsindex im klassischen SEO gibt es nicht. Jede Messung beruht auf einem selbst definierten Prompt-Set, einer Auswahl von Systemen und einem Zeitpunkt. Für Google gibt es seit Juni 2026 eigene Daten in der Search Console. Die GEO-Studie von Aggarwal et al. definierte eigene Sichtbarkeitsmetriken, etwa eine positionsgewichtete Wortzahl.
So funktioniert es in der Praxis
Eine belastbare Messung braucht drei Festlegungen. Erstens das Prompt-Set: 20 bis 40 Fragen, wie Kunden sie wirklich stellen, gemischt aus Kategoriefragen, Problemfragen und Vergleichsfragen. Zweitens die Systeme: mindestens ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google mit AI Overviews und AI Mode, weil sie unterschiedliche Quellen nutzen. Drittens die Wiederholung: Sprachmodelle antworten nicht deterministisch. Ohne mehrere Läufe je Messpunkt misst du Rauschen.
Aus den Läufen ergeben sich mehrere Kennzahlen. Die Nennungsrate zeigt den Anteil der Antworten mit Nennung. Der Anteil der Antworten, in denen die eigene Domain als Quelle verlinkt ist, zeigt, ob die Marke nur im Modellwissen existiert oder auch als abrufbare Quelle. Der Share of Voice setzt die eigenen Nennungen ins Verhältnis zu denen der Wettbewerber. Die GEO-Forschung ergänzt die Position: Eine Nennung im ersten Satz wiegt mehr als eine im letzten Absatz.
Für Google hat sich die Datenlage 2026 verändert. Seit Juni 2026 zeigt die Search Console einen eigenen Bericht für generative KI-Funktionen, seit dem 31. August 2026 für alle Websites weltweit. Er weist aus, wie oft URLs in AI Overviews, AI Mode und KI-Funktionen in Discover erschienen, nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeiträumen. Das sind echte Impressionsdaten, allerdings ohne die Fragen, zu denen die Seite erschien. Für ChatGPT, Perplexity und Gemini bleibt die Messung über Prompts der einzige Weg.
Ein verbreiteter Fehler ist der Vergleich von Werten aus verschiedenen Tools. Jedes Tool nutzt eigene Prompts, eigene Systeme und eigene Rechenwege, ein „AI-Visibility-Score“ von 42 in Tool A und 38 in Tool B sagt nichts über den Abstand. Google warnt zudem, dass kein Drittanbieter Zugriff auf interne Ranking- oder KI-Systeme hat. Sinnvoll ist ein Werkzeug, das du konsequent mit demselben Set betreibst, oder ein eigenes Prompt-Monitoring mit dokumentierter Methode.
So sieht das konkret aus
Ein Anbieter von Laborsoftware legt 30 Fragen fest, die Einkäufer und Laborleitungen stellen, und fragt sie in vier Systemen jeweils dreimal ab, also 360 Antworten pro Messpunkt. Er notiert je Antwort, ob die Marke genannt, ob die eigene Domain verlinkt und welcher Wettbewerber zuerst erwähnt wird. Parallel wertet er den KI-Bericht der Search Console aus, um die Google-Seite mit echten Impressionen abzugleichen.
Wie wir das bei Kunden umsetzen, steht hier: Prompt-Monitoring: KI-Sichtbarkeit laufend messen →
AI Visibility: typische Fragen
Gibt es einen Sichtbarkeitsindex für KI wie bei Sistrix?
Einzelne Tools bilden eigene Indizes, aber es gibt keinen anerkannten Standard und keine gemeinsame Datenbasis. Wer Zahlen zweier Anbieter vergleicht, vergleicht meist zwei verschiedene Prompt-Sets. Für Google liefert die Search Console seit 2026 immerhin eigene Impressionsdaten.
Warum schwanken die Werte so stark?
Weil Sprachmodelle probabilistisch antworten und Live-Suchsysteme bei jeder Anfrage neu suchen. Auch der Abruf selbst arbeitet mit Näherungsverfahren. Einzelabfragen sind deshalb als Beleg wertlos, aussagekräftig ist nur der Trend über mehrere Läufe und Monate.
Was zeigt die Search Console zur KI-Sichtbarkeit?
Seit 2026 einen eigenen Bericht für generative KI-Funktionen: Impressionen deiner URLs in AI Overviews, AI Mode und Discover, aufgeschlüsselt nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeit. Die auslösenden Fragen zeigt er nicht, und andere KI-Systeme sind nicht enthalten.
Wie viele Prompts brauche ich für eine aussagekräftige Messung?
Für ein Unternehmen mit klarem Angebot reichen meist 20 bis 40 Prompts, die alle wichtigen Leistungen und Kundensituationen abdecken. Wichtiger als die Menge ist die Stabilität: dieselben Prompts, dieselben Systeme, mehrere Läufe je Messpunkt.
Verwandte Begriffe
Quellen: Google Search Central Blog: Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console (Juni 2026) (Stand September 2026) · Aggarwal et al.: GEO – Generative Engine Optimization (arXiv 2311.09735, KDD 2024) (Stand September 2026) · Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search (Stand September 2026)
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