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Alt-Text

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Der Alt-Text ist die Textalternative im alt-Attribut eines Bildes, die beschreibt, was das Bild zeigt oder bewirkt – für Screenreader, für Suchmaschinen und für jede Situation, in der das Bild nicht geladen wird.

Alt-Text kurz erklärt

Das alt-Attribut ist Teil des HTML-Standards für das img-Element. Es ersetzt das Bild inhaltlich, wenn jemand es nicht sehen kann, und ist zentral für die Barrierefreiheit nach den Leitlinien der W3C-Initiative WAI. Abzugrenzen ist es vom title-Attribut, das nur einen Tooltip erzeugt, von der sichtbaren Bildunterschrift (figcaption) und vom Dateinamen. Ein leeres alt="" ist korrekt und kennzeichnet ein Bild als dekorativ; ein fehlendes Attribut ist dagegen ein Fehler.

Auch genannt:Alternativtextalt-AttributAlt-Tagalt text

Was du dazu wissen solltest

Google nennt den Alt-Text das wichtigste Attribut, wenn es um Metadaten eines Bildes geht. Die Suchmaschine kombiniert ihn mit Bilderkennung und dem umgebenden Seitentext, um zu verstehen, was ein Bild zeigt. Ist das Bild verlinkt, fungiert der Alt-Text zusätzlich als Ankertext. Aus dem Dateinamen zieht Google nach eigener Aussage nur schwache Hinweise. Der Unterschied in der Praxis: <img src="welpe.jpg" alt="Welpe Hund Hunde Welpen kaufen"> ist Keyword-Stuffing, <img src="welpe.jpg" alt="Dalmatinerwelpe apportiert einen Ball"> beschreibt das Motiv.

Nicht jedes Bild braucht eine Beschreibung. Der Entscheidungsbaum der WAI unterscheidet nach Funktion: Dekorative Grafiken bekommen alt="", damit Screenreader sie überspringen. Funktionale Bilder, etwa ein Lupen-Icon als Suchknopf, beschreiben die Funktion („Suche starten“), nicht das Aussehen. Steht Text im Bild, gehört genau dieser Text in den Alt-Text, sofern er nicht direkt daneben schon als echter Text steht. Ein verbreiteter Irrtum ist der Einstieg „Bild von …“: Screenreader kündigen das Bild ohnehin an.

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) unter anderem für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also etwa für viele Onlineshops mit Verbrauchern als Kunden. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Fehlende Textalternativen gehören zu den ersten Befunden jeder Barrierefreiheitsprüfung – ob ein konkretes Angebot unter das Gesetz fällt, klärst du im Zweifel mit einer Fachberatung.

Aus GEO-Sicht ist der Alt-Text oft die einzige Brücke zwischen Bild und Text. Crawler, die nur den HTML-Quelltext auslesen, sehen von einem Diagramm nichts außer Dateiname, Alt-Text und umgebendem Absatz. Steckt die zentrale Zahl deiner Studie nur in einer Infografik, fehlt sie in jeder KI-Antwort, die auf Text beruht. Die Regel daraus: Kernaussage in den Alt-Text, Datenreihe als echte Tabelle oder Fließtext darunter. Für multimodale Suche liefert der Alt-Text zusätzlich den sprachlichen Anker zum Bildinhalt.

Prüfen lässt sich das in wenigen Minuten: Ein Crawler wie Screaming Frog listet Bilder ohne alt-Attribut, und ein Durchgang mit dem Screenreader des Betriebssystems zeigt, ob die Texte in ihrem Kontext Sinn ergeben. Achte besonders auf Bilder, die ein CMS automatisch einsetzt, etwa Logos in Kopf- und Fußzeile.

An einem Fall erklärt

Praxisbeispiel

Ein Onlineshop für Arbeitsschuhe hat 2.000 Produktbilder mit Alt-Texten wie „schuh1“. Das Team ersetzt sie per Vorlage durch Modell, Schutzklasse und Ansicht, etwa „Sicherheitsschuh S3 in Schwarz, Seitenansicht“, und setzt bei dekorativen Hintergrundbildern alt="". Die Größentabelle, bisher als Bild eingebunden, wird zur HTML-Tabelle – damit kann auch ein textbasierter Crawler die Maße lesen.

In der Praxis setzen wir das so um: Topical Authority: Das Themenfeld vollständig abdecken →

Häufige Fragen zu Alt-Text

Wie lang darf ein Alt-Text sein?

Der HTML-Standard setzt keine feste Obergrenze. Sinnvoll ist ein Satz, der das Motiv oder die Funktion präzise benennt. Braucht ein Bild mehr Erklärung, etwa ein komplexes Diagramm, gehört die ausführliche Beschreibung in den sichtbaren Text in der Nähe des Bildes.

Brauchen dekorative Bilder einen Alt-Text?

Sie brauchen ein leeres alt-Attribut, also alt="". Damit wissen Screenreader, dass sie das Bild überspringen können. Fehlt das Attribut ganz, lesen manche Programme stattdessen den Dateinamen vor, was die Nutzung deutlich verschlechtert.

Ist der Alt-Text ein Rankingfaktor?

Für die Bildersuche ist er eine wichtige Informationsquelle, denn Google nutzt ihn ausdrücklich zum Verständnis des Bildinhalts. Für das Ranking der Seite in der normalen Websuche ist er ein Signal unter vielen. Übertriebene Keyword-Listen im Alt-Text wertet Google als Spam.

Was ist der Unterschied zwischen alt- und title-Attribut?

Das alt-Attribut ersetzt das Bild inhaltlich und wird von Screenreadern und Suchmaschinen ausgewertet. Das title-Attribut erzeugt nur einen Tooltip beim Überfahren mit der Maus und ist auf Touchgeräten meist unsichtbar. Für Barrierefreiheit zählt das alt-Attribut.

Begriffe im Umfeld

Quellen: Google Search Central: Best Practices für Bilder (Stand September 2026) · W3C WAI: An alt Decision Tree (Stand September 2026) · § 1 Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) (Stand September 2026)

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