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Ankertext

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Der Ankertext ist der sichtbare, klickbare Text eines Links; er sagt Menschen und Suchsystemen, was sie auf der Zielseite erwartet, und wird von Google als Relevanzsignal ausgewertet.

Definition: Ankertext

Der Ankertext, auch Linktext, steht zwischen den Tags eines <a href>-Elements. Google nutzt ihn laut eigener Dokumentation, um zu verstehen, worum es auf der verlinkten Seite geht. Bei Bildlinks übernimmt das alt-Attribut des Bildes diese Rolle, bei leeren Links ersatzweise das title-Attribut. Seit dem 2012 eingeführten Penguin-Algorithmus, der 2016 Teil des Kernalgorithmus wurde, wertet Google manipulative Ankertext-Muster ab.

Auch genannt:Anchor TextLinktextVerweistextAnchortext

Was dahintersteckt

Google beschreibt guten Ankertext als beschreibend, einigermaßen knapp und passend zu beiden Seiten, der verlinkenden und der verlinkten. Ein einfacher Test aus der Dokumentation: Lies nur den Ankertext ohne Umgebung. Verstehst du, was dich erwartet? „Hier klicken“ und „mehr erfahren“ fallen durch, ein halber Absatz als Link ebenfalls. Außerdem zählen die Wörter vor und nach dem Link. Mehrere Links direkt hintereinander nehmen jedem einzelnen diesen Kontext.

Bei externen Links war der Ankertext lange ein Manipulationswerkzeug. Wenn hunderte Links exakt dieselbe Keyword-Phrase tragen, ist das kein Zufall, sondern ein Einkaufsmuster. Googles Spam-Richtlinien nennen ausdrücklich Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen, die auf anderen Websites verbreitet werden, als Linkspam. Seit Penguin 2016 in Echtzeit läuft, entwertet Google solche Signale eher, als ganze Websites abzustrafen. Das heißt: Gekaufte Keyword-Anker kosten Geld und bringen im besten Fall nichts. Natürliche Profile zeigen eine Mischung aus Markenname, URL, beschreibenden Formulierungen und beiläufigen Wendungen.

Bei der internen Verlinkung liegt der Ankertext vollständig in deiner Hand, und dort ist Präzision erwünscht. Wer von einem Ratgeber auf die Leistungsseite verlinkt, beschreibt im Anker, was dort steht. Wenn Links per JavaScript eingefügt werden, prüfst du mit dem URL-Prüftool der Search Console, ob der Ankertext im gerenderten HTML ankommt. Bildlinks ohne Alt-Text sind für Google ein Link ohne Beschreibung.

Für die KI-Suche verschiebt sich das Gewicht. Sprachmodelle verarbeiten Text, nicht den Linkgraphen. Für die Frage, ob eine Marke mit einem Thema verknüpft wird, zählt der Absatz um die Nennung mehr als das verlinkte Wort; eine unverlinkte Brand Mention kann dort viel bewirken. Die Suchsysteme, aus denen KI-Antworten ihre Quellen holen, nutzen Links aber weiterhin für Auffindbarkeit und Relevanz. Ein natürlicher, beschreibender Ankertext dient damit beiden Welten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Praxisbeispiel

Ein Onlineshop für Gartenmöbel kauft über Jahre Gastbeiträge, die alle mit „Gartenmöbel günstig kaufen“ verlinken. Bei einer Linkanalyse fällt auf, dass ein großer Teil der Verweise diese Phrase trägt. Der Shop stellt um: Neue Kooperationen verlinken mit dem Markennamen oder beschreiben konkret das verlinkte Produkt, bezahlte Platzierungen tragen rel="sponsored". Intern ersetzt er „mehr erfahren“-Links durch beschreibende Anker.

Wie wir das bei Kunden umsetzen, steht hier: Brand Mentions für KI: Erwähnungen, wo Systeme nachschlagen →

Ankertext: typische Fragen

Welcher Ankertext ist der beste?

Der, der ohne Umgebung verständlich beschreibt, was auf der Zielseite steht, und dabei knapp bleibt. Intern darf er präzise das Thema der Zielseite nennen. Bei externen Links ist Natürlichkeit wichtiger als Optimierung, weil gleichförmige Keyword-Anker als Linkspam gelten können.

Zählt der Ankertext für KI-Systeme?

Indirekt. Sprachmodelle werten den Text um eine Nennung aus, nicht die verlinkte Wortfolge. Die Suchindizes, aus denen KI-Antworten ihre Quellen holen, nutzen Links und Ankertexte aber weiter für Auffindbarkeit und Relevanz. Ein beschreibender Anker schadet also nie.

Schaden mir viele Keyword-Ankertexte in meinem Linkprofil?

Sie können als Linkspam gewertet werden. Seit 2016 entwertet Google solche Signale meist, statt die ganze Website herabzustufen, in schweren Fällen sind manuelle Maßnahmen möglich. Sinnvoll ist, bezahlte Links mit rel="sponsored" zu kennzeichnen und neue Kooperationen natürlich verlinken zu lassen.

Das hängt damit zusammen

Quellen: Google Search Central: Link best practices for Google (Stand September 2026) · Google Search Central: Spam policies for Google web search (Link spam) (Stand September 2026) · Google Search Central Blog: Penguin is now part of our core algorithm (2016) (Stand September 2026)

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