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Bewertungsportale

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Bewertungsportale sind Plattformen, auf denen Kundinnen und Kunden Unternehmen, Produkte oder Dienstleister öffentlich bewerten, etwa Google-Unternehmensprofile, Trustpilot, Jameda oder Branchenportale.

Definition: Bewertungsportale

Bewertungsportale sammeln Sternebewertungen und Erfahrungsberichte und machen sie für andere Interessenten durchsuchbar. Seit der UWG-Reform vom 28. Mai 2022 gelten dafür eigene Regeln: Wer Verbraucherbewertungen zugänglich macht, muss nach § 5b Abs. 3 UWG informieren, ob und wie er ihre Echtheit prüft, und der Anhang zum UWG verbietet gefälschte Bewertungen sowie Echtheitsbehauptungen ohne Prüfung (Nr. 23b und 23c). Abzugrenzen sind Bewertungsportale von reinen Branchenverzeichnissen, die vor allem Stammdaten listen, und von redaktionellen Testportalen.

Auch genannt:BewertungsplattformenReview-PortaleBewertungsseiten

Einordnung und Hintergrund

Für die lokale Google-Suche sind Bewertungen Teil des Unternehmensprofils und erscheinen direkt im Local Pack. Wie du das Profil pflegst, beschreibt der Verzeichniseintrag Google Unternehmensprofil. Branchenportale für Ärzte, Handwerker, Anwälte oder Hotels kommen hinzu und ranken oft selbst für Anfragen wie „Zahnarzt Angstpatienten Leipzig“. Wer dort fehlt oder ein unvollständiges Profil hat, ist für einen Teil der Suchenden schlicht nicht vorhanden. Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer zwischen Portalen nicht überein, leidet zudem die NAP-Konsistenz.

KI-Assistenten beantworten Empfehlungsfragen mit dem, was sie abrufen können, und Profil- und Bewertungsseiten sind häufig genau die Seiten, die ein Unternehmen mit einem Ort und einer Leistung verbinden. Welche Portale in deiner Branche tatsächlich als Quellen erscheinen, lässt sich mit Prompt-Monitoring prüfen, indem du die zitierten Links auswertest. Der Tenor der Bewertungen prägt dabei das Sentiment einer Nennung: Ein System, das wiederholt Beschwerden über lange Wartezeiten liest, kann diese Einschränkung in seine Empfehlung übernehmen.

Die Spielregeln sind strenger, als viele annehmen. Google verbietet für Rezensionen in Maps Anreize wie Rabatte oder Gratisleistungen, das Unterbinden negativer Bewertungen und das gezielte Bitten nur um positive Rezensionen. Das UWG untersagt gekaufte oder erfundene Bewertungen. Auch Portale selbst sind gebunden: Der Bundesgerichtshof entschied am 20. Februar 2018 (VI ZR 30/17), dass eine Ärztin ihr Profil bei Jameda löschen lassen konnte, weil das Portal zahlende Kunden bevorzugt dargestellt und damit seine Stellung als neutraler Informationsvermittler verlassen hatte.

Was konkret wirkt, ist unspektakulär. Bitte alle Kunden systematisch um eine Bewertung, nicht nur die zufriedenen, etwa per Link in der Rechnung. Antworte auf Kritik sachlich und mit Namen, denn Antworten sind öffentlich und werden mitgelesen. Beanstande nur Bewertungen, die gegen Richtlinien verstoßen oder unwahre Tatsachen behaupten. Und konzentriere dich auf die zwei oder drei Portale, die in deiner Branche und in KI-Antworten tatsächlich auftauchen, statt überall ein halb gepflegtes Profil zu hinterlassen. Wie Bewertungen mit anderen Nutzerinhalten zusammenspielen, zeigt der Eintrag User-Generated Content.

Ein Beispiel aus der Praxis

Praxisbeispiel

Eine Physiotherapiepraxis in Kassel hat ein gepflegtes Google-Profil, aber nur drei Bewertungen auf dem Gesundheitsportal, das bei Fragen nach Praxen mit Hausbesuch in KI-Antworten als Quelle auftaucht. Die Praxis legt jedem Behandlungsabschluss eine Karte mit QR-Code für beide Portale bei und bittet alle Patienten gleichermaßen. Negative Rückmeldungen beantwortet die Inhaberin öffentlich mit Namen.

In der Praxis setzen wir das so um: Brand Mentions für KI: Erwähnungen, wo Systeme nachschlagen →

Häufige Fragen zu Bewertungsportale

Darf ich Kunden für eine Bewertung einen Rabatt anbieten?

Für Google-Rezensionen nicht: Die Richtlinien verbieten Anreize wie Zahlungen, Rabatte oder Gratisleistungen, solche Rezensionen werden entfernt. Auch auf anderen Portalen ist Vorsicht geboten, weil incentivierte Bewertungen Leser über ihre Unabhängigkeit täuschen können. Eine einfache Bitte ohne Gegenleistung ist erlaubt.

Kann ich negative Bewertungen löschen lassen?

Nur unter bestimmten Voraussetzungen. Portale entfernen Beiträge, die gegen ihre Richtlinien verstoßen, etwa ohne echten Kundenkontakt, oder die nachweislich unwahre Tatsachen behaupten. Reine Meinungsäußerungen, auch harte, sind in der Regel zulässig. Eine sachliche öffentliche Antwort ist oft wirksamer als ein Löschantrag.

Welche Bewertungsportale sind für KI-Antworten wichtig?

Das hängt von der Branche ab und lässt sich messen. Stelle KI-Systemen die typischen Empfehlungsfragen deiner Kunden und werte aus, welche Portale als Quellen verlinkt werden. Diese Portale verdienen gepflegte Profile und aktuelle Bewertungen zuerst.

Das hängt damit zusammen

Quellen: Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG (gesetze-im-internet.de) (Stand September 2026) · § 5b UWG (gesetze-im-internet.de) (Stand September 2026) · Google Maps: Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte (Verbotene Inhalte) (Stand September 2026)

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