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Wikipedia-Eintrag

Von Felix Wilhelm · geprüft am 22. September 2026

Kurz gesagt: Ein Wikipedia-Eintrag ist ein Artikel über ein Unternehmen, eine Person oder ein Produkt in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia – er setzt enzyklopädische Relevanz voraus und gehört nicht dem, über den er berichtet.

Wikipedia-Eintrag kurz erklärt

Wikipedia ist die 2001 gestartete, von der gemeinnützigen Wikimedia Foundation betriebene Enzyklopädie, die Freiwillige schreiben. Die deutschsprachige Ausgabe hat eigene Regeln, allen voran die Relevanzkriterien und die Richtlinie zu Interessenkonflikten. Ein Eintrag ist damit kein Firmenprofil wie das Google Unternehmensprofil und kein Datenobjekt wie in Wikidata, der strukturierten Schwesterdatenbank. Er ist ein redaktioneller Text, den jeder bearbeiten kann und der nur neutral belegte Aussagen enthalten darf.

Auch genannt:Wikipedia-ArtikelWikipedia-SeiteWikipedia article

Was dahintersteckt

Für die KI-Sichtbarkeit zählt Wikipedia doppelt. Erstens steckt die Enzyklopädie in praktisch allen großen Trainingskorpora; im GPT-3-Paper von OpenAI (2020) etwa ist sie eine von fünf ausdrücklich genannten Datenquellen. Was dort über ein Unternehmen steht, wird damit Teil des parametrischen Wissens eines Modells. Zweitens speisen Wikipedia und Wikidata den Knowledge Graph, aus dem Suchmaschinen Knowledge Panels und Entitätszuordnungen bauen. Ein Artikel verankert eine Firma also als eigenständige Entität.

Die Hürde heißt Relevanz. Die deutschsprachige Wikipedia nennt für Wirtschaftsunternehmen konkrete Schwellen: mindestens 1.000 Vollzeitmitarbeiter, mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz, eine Notierung im regulierten Markt einer deutschen Börse, mindestens 20 Betriebsstätten bei gleichzeitiger Größe einer großen Kapitalgesellschaft oder eine marktbeherrschende Stellung beziehungsweise innovative Vorreiterrolle, die eine unabhängige Quelle belegt. Diese Kriterien sind hinreichend, aber nicht notwendig. Wer sie verfehlt, kann über breite unabhängige Berichterstattung oder über Sonderkriterien für Branchen wie Brauereien, Verlage oder Weingüter trotzdem relevant sein. Vor dem Schreiben lohnt der offizielle Relevanzcheck.

Der zweite Fallstrick ist der Interessenkonflikt. Wikipedia rät von Artikeln über das eigene Unternehmen generell ab. Wer für Bearbeitungen bezahlt wird – als Angestellter, Agentur oder Dienstleister –, muss Arbeitgeber und Auftraggeber offenlegen; so verlangen es die Nutzungsbedingungen. Die Richtlinienseite weist zudem darauf hin, dass geschäftlich motivierte Bearbeitungen in Deutschland als Schleichwerbung im Sinne von § 5a Abs. 4 UWG gewertet werden können, auch wenn sie sachlich stimmen. Verdeckte Eingriffe landen in öffentlich einsehbaren Löschdiskussionen und gelegentlich in der Presse – ein Reputationsschaden, der auch in KI-Antworten nachhallen kann.

Der tragfähige Weg führt über Belege statt über Bearbeitungen. Relevanz entsteht durch Fachpresse, Lokalzeitungen, Studien und Auszeichnungen, also durch Digital PR und echte Brand Mentions. Fehler in einem bestehenden Artikel meldest du auf dessen Diskussionsseite, mit Quelle und offengelegtem Bezug. Existiert ein Artikel, verknüpfst du ihn per sameAs in deinem Organization-Markup. Beim Aufbau solcher Belegquellen hilft unsere Leistung Brand Mentions für KI.

An einem Fall erklärt

Praxisbeispiel

Ein Maschinenbauer aus Schwaben mit 380 Beschäftigten möchte einen Wikipedia-Artikel, weil ein Wettbewerber einen hat. Der Abgleich zeigt: Keine der Unternehmensschwellen ist erfüllt, unabhängige Berichte gibt es nur zwei. Statt eines Eigeneintrags schlägt das Team auf der Diskussionsseite des Fachartikels zum eigenen Fertigungsverfahren eine belegte Ergänzung vor – offengelegt als Mitarbeitervorschlag – und investiert parallel in Fachbeiträge, die später als Beleg taugen.

In der Praxis setzen wir das so um: Brand Mentions für KI: Erwähnungen, wo Systeme nachschlagen →

Häufige Fragen zu Wikipedia-Eintrag

Darf ich einen Wikipedia-Artikel über mein eigenes Unternehmen schreiben?

Verboten ist es nicht, aber Wikipedia rät ausdrücklich davon ab. Wer es trotzdem tut, muss bei bezahlter Tätigkeit Arbeitgeber und Auftraggeber offenlegen und neutral mit unabhängigen Belegen schreiben. Werbliche Texte werden umgeschrieben oder gelöscht, und die Diskussion darüber bleibt öffentlich sichtbar.

Was passiert, wenn mein Artikel gelöscht wird?

Ein Löschantrag führt meist zu einer öffentlichen Löschdiskussion, die mehrere Tage läuft und archiviert bleibt. Fehlt die Relevanz, wird der Artikel entfernt. Ein neuer Anlauf hat nur Sinn, wenn sich die Beleglage deutlich verbessert hat, etwa durch unabhängige Berichterstattung.

Hilft ein Wikipedia-Eintrag dabei, in ChatGPT genannt zu werden?

Er kann helfen, weil Wikipedia in den Trainingsdaten großer Sprachmodelle steckt und Suchmaschinen daraus Entitäten ableiten. Eine Garantie ist er nicht. Modelle mit Live-Abruf gewichten auch aktuelle Quellen, und ein Artikel wirkt erst mit dem nächsten Trainingsstand ins Modellwissen hinein.

Wie korrigiere ich einen Fehler im Artikel über meine Firma?

Am besten auf der Diskussionsseite des Artikels: Fehler benennen, eine zuverlässige Quelle verlinken und den eigenen Bezug offenlegen. Unabhängige Autoren übernehmen die Änderung dann oft. Bei Verletzungen von Persönlichkeitsrechten ist zusätzlich das Support-Team per E-Mail erreichbar.

Begriffe im Umfeld

Quellen: Wikipedia: Relevanzkriterien (Stand September 2026) · Wikipedia: Interessenkonflikt (Stand September 2026) · Brown et al.: Language Models are Few-Shot Learners (arXiv 2020) (Stand September 2026)

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