Messung
Markensuche
Kurz gesagt: Markensuche ist jede Suchanfrage, die deinen Firmen- oder Produktnamen enthält – eine der wenigen Kennzahlen, an denen sich die Wirkung von KI-Sichtbarkeit indirekt ablesen lässt.
Definition: Markensuche
Als Markensuche (Branded Query) gelten Suchanfragen mit dem Firmennamen, seinen Schreibvarianten und Tippfehlern sowie mit eindeutigen Produkt- oder Servicenamen. Google Search Console trennt diese Anfragen seit November 2025 mit einem eigenen Filter von generischen Anfragen; seit dem 11. März 2026 steht er allen berechtigten Websites zur Verfügung. Anders als generische Suchen zeigen Markensuchen, dass jemand die Marke bereits kennt und gezielt nach ihr sucht.
Was dahintersteckt
Für die Bewertung von KI-Sichtbarkeit ist die Markensuche relevant, weil viele KI-Antworten keinen Klick auslösen. Jemand liest in ChatGPT oder in einer AI Overview eine Empfehlung, merkt sich den Namen und sucht ihn später bei Google. In der Webanalyse erscheint dieser Besuch als organische Markensuche oder als Direktzugriff, nie als Zugriff aus dem KI-System. Wer nur KI-Referral-Traffic misst, unterschätzt die Wirkung deshalb systematisch.
Der Filter für Markenanfragen in der Google Search Console arbeitet anders als ein selbst gebauter Regex-Filter. Google ordnet die Anfragen mit einem internen, KI-gestützten System zu. Es erkennt den Markennamen in allen Sprachen, Tippfehler und auch Anfragen ohne Markennamen, die sich auf ein eindeutiges Produkt der Website beziehen. Google räumt selbst ein, dass einzelne Anfragen falsch zugeordnet werden können. Außerdem gibt es den Filter nur für Properties der obersten Ebene, nicht für Properties mit Pfad oder für Subdomain-Properties, und nur bei ausreichend Suchvolumen. Auf das Ranking hat er keinen Einfluss.
Die typische Falle liegt in der Interpretation. Steigende Markensuchen sind ein Indiz, kein Beweis. Messen, Pressearbeit, Außenwerbung, Empfehlungen und Saisonalität treiben dieselbe Kurve. Aussagekräftig wird sie erst, wenn du sie neben andere Daten legst: die Nennungsrate aus dem Prompt-Monitoring, den Zeitpunkt eigener Kampagnen und die Entwicklung der generischen Anfragen. Steigt die Markensuche, während Werbebudget und Presse konstant bleiben und die Nennungsrate zulegt, ist ein Zusammenhang plausibel.
Ein zweiter Stolperstein sind generische Firmennamen. Heißt ein Unternehmen wie ein Gattungsbegriff, etwa „Holzbau Schwarzwald“, vermischt sich echte Markensuche mit allgemeiner Nachfrage. Dann lohnt ein Abgleich zwischen Googles Filter und einer eigenen Liste eindeutiger Varianten. Monatliche Werte mit Vorjahresvergleich sind robuster als Wochenwerte, weil einzelne Ereignisse sonst Trends vortäuschen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Steuerkanzlei in Stuttgart wird seit einigen Monaten in Perplexity und ChatGPT bei Fragen nach Kanzleien für Freiberufler genannt. Die organischen Klicks auf generische Ratgeberseiten sinken leicht. Im Filter für Markenanfragen der Search Console zeigt sich dagegen ein stetiger Anstieg, obwohl die Kanzlei in dieser Zeit weder Anzeigen geschaltet noch Pressearbeit gemacht hat. Beide Beobachtungen zusammen ergeben erst ein belastbares Bild.
Wenn du das nicht selbst aufbauen willst: Prompt-Monitoring: KI-Sichtbarkeit laufend messen →
Was oft gefragt wird
Wie messe ich Markensuchen in der Search Console?
Im Leistungsbericht über den Filter für Markenanfragen, der Klicks, Impressionen, CTR und Position für markenbezogene und nicht markenbezogene Anfragen getrennt ausweist. Zusätzlich zeigt Search Console Insights eine Karte mit dem Klickverhältnis beider Gruppen. Fehlt der Filter, hilft ein Regex-Filter auf Firmennamen und Schreibvarianten.
Warum sehe ich den Filter für Markenanfragen nicht?
Er ist nur für Properties der obersten Ebene verfügbar, also nicht für URL-Präfixe mit Pfad oder für Subdomain-Properties. Außerdem braucht die Website genügend Anfragen und Impressionen, damit Googles Klassifizierung greift. Kleine oder neue Websites sehen ihn deshalb oft noch nicht.
Ist eine steigende Markensuche ein Beweis für KI-Wirkung?
Nein, sie ist ein Indiz. Presse, Werbung, Messen und Mundpropaganda erzeugen dasselbe Muster. Belastbar wird die Aussage erst, wenn du sie neben die direkt gemessene Nennungsrate in KI-Systemen und neben deine eigenen Marketingaktivitäten legst.
Das hängt damit zusammen
Quellen: Google Search Central: Introducing the branded queries filter in Search Console (Stand September 2026) · Google Search Central: Search Generative AI performance reports in Search Console (Stand September 2026)
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